Gelegentlich mit dem Originalkabel an einer intakten Wandsteckdose: meist vertretbar. Als Dauerlösung nicht, denn stundenlange Volllast kann alte Leitungen und Steckdosen überhitzen. Für regelmäßiges Laden ist eine Wallbox die sichere Wahl.
Stand: November 2026
Eine normale Haushaltssteckdose (Schuko-Steckdose) ist für Geräte gebaut, die kurz viel Strom ziehen: Wasserkocher, Föhn, Staubsauger. Ein E-Auto zieht dagegen über viele Stunden ohne Pause eine hohe Leistung. Diese Dauerlast ist der entscheidende Unterschied.
Jeder Kontakt hat einen kleinen Übergangswiderstand. Bei hohem Strom über lange Zeit entsteht dort Wärme. Ist eine Klemme leicht gelockert, sind die Kontakte der Steckdose ausgeleiert oder ist die Leitung in der Wand alt, kann die Erwärmung so stark werden, dass Kunststoff schmort. Der Sicherungsautomat merkt davon nichts, denn er reagiert auf zu hohen Strom, nicht auf eine warme Steckdose. Nach Angaben des ADAC drohen im schlimmsten Fall Schmor- oder Kabelbrände.
Viele Hersteller liefern ein Ladekabel mit Schuko-Stecker und einer Kontrollbox in der Mitte mit. Diese Box begrenzt den Ladestrom, meist auf höchstens rund 2,3 Kilowatt (kW), oft einstellbar auf weniger. Manche Fahrzeuge begrenzen zusätzlich per Software.
Die Begrenzung schützt aber nur bedingt. Sie geht davon aus, dass Steckdose, Leitung und Anschlüsse in einwandfreiem Zustand sind. Das kann das Kabel nicht prüfen. Einige Kabel haben einen Temperaturfühler im Stecker, der bei Erwärmung die Leistung reduziert. Verlassen sollten Sie sich darauf nicht.
Bei 2,3 kW flächen pro Stunde grob 2 kWh in den Akku, abzüglich Ladeverlusten. Zur Orientierung:
| Ladesäule | Leistung | Für 50 kWh (etwa 250 bis 350 km) ungefähr |
|---|---|---|
| Haushaltssteckdose mit Notladekabel | bis 2,3 kW | mehr als 22 Stunden |
| Wallbox 11 kW (sofern das Auto 11 kW kann) | 11 kW | gut 5 Stunden |
Dazu kommen beim Laden an der Steckdose höhere Ladeverluste. Ein Teil des bezahlten Stroms kommt also nie im Akku an. Das relativiert den Vorteil, sich die Wallbox zu sparen.
Für die gelegentliche Notladung gelten diese Grundregeln:
Wer öfter an einer bestimmten Steckdose laden will, etwa in der Garage, sollte sie vorher von einer Elektrofachkraft prüfen lassen. Geprüft werden unter anderem:
Gerade in älteren Häusern und Garagen sind Steckdosen oft an lange, dünne Leitungen angeschlossen, die für eine Lampe und gelegentlich einen Rasenmäher gedacht waren. Für stundenlanges Laden passen sie nicht. Auch der ADAC empfiehlt, die eigene Lösung idealerweise von Fachleuten prüfen zu lassen.
Eine Wallbox ist eine fest installierte Ladestation mit eigenem Stromkreis. Sie bringt mehrere Vorteile:
Eine Wallbox bis 11 kW muss beim Netzbetreiber angemeldet werden, größere benötigen eine Genehmigung. Den Anschluss darf nur eine eingetragene Elektrofachkraft vornehmen. Was eine Wallbox kostet, welches Modell passt und wie die Anmeldung läuft, lesen Sie in den Ratgebern Wallbox-Kosten, Welche Wallbox? und Wallbox anmelden.
Es gibt Steckdosen, die von ihren Herstellern für höhere Dauerlast ausgelegt sind. Sie lösen aber nur einen Teil des Problems: Entscheidend sind auch Leitung, Absicherung und Anschlussklemmen. Ob eine solche Lösung bei Ihnen passt, sollte eine Elektrofachkraft vor Ort beurteilen. Für tägliches Laden ist eine Wallbox in der Regel die bessere Wahl.
Mieter haben nach dem Mietrecht grundsätzlich einen Anspruch darauf, dass der Vermieter den Einbau einer Lademöglichkeit erlaubt, und tragen dann in der Regel die Kosten. In Eigentümergemeinschaften gilt Vergleichbares für einzelne Eigentümer. Klären Sie das vorab schriftlich.
Mit passendem mobilen Ladegerät ist an einer CEE-Steckdose schnelleres Laden möglich. Auch hier gilt: Die Steckdose, ihre Zuleitung und Absicherung müssen für die Dauerlast ausgelegt und geprüft sein. Eine fest installierte Wallbox bietet zusätzlichen Komfort und lässt sich besser steuern.
Das Laden an der Haushaltssteckdose ist kein Verbot, aber eine Notlösung. Mit dem Originalkabel, ohne Verlängerung und an einer geprüften Steckdose ist eine gelegentliche Ladung vertretbar. Wer regelmäßig zu Hause lädt, fährt mit einer Wallbox sicherer und schneller. Die Beetz Elektrotechnik & Sanierung GmbH prüft in Hamburg Ihre vorhandene Installation und installiert bei Bedarf eine Wallbox inklusive Anmeldung beim Netzbetreiber.
Inhalt
Wir prüfen Ihre Hausinstallation, installieren die Wallbox auf einem eigenen Stromkreis und melden sie beim Netzbetreiber an.
Gerät, Installation, Zählerschrank: realistische Kostenspannen für die Wallbox im Einfamilienhaus.
Weiterlesen →Wallbox11 oder 22 kW, Kabel, Fehlerstromschutz, Solarstrom: herstellerneutrale Kriterien für Ihre Wallbox.
Weiterlesen →WallboxAnmeldung, Genehmigung ab 22 kW und § 14a: was für Ihre Wallbox gilt und wer sich darum kümmert.
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