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Beetz Elektrotechnik

Neue Elektrik im Altbau: Kosten und Ablauf

Eine Komplettsanierung kostet grob 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter, eine Teilsanierung mit neuem Verteiler deutlich weniger. Entscheidend sind Zustand der Leitungen, Umfang und Ausstattung. Eine Bestandsaufnahme schafft Klarheit.

Stand: November 2026

Kurz gesagt: Eine komplette neue Elektrik im Altbau kostet nach Marktübersichten grob 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter, für eine 70-m²-Wohnung also etwa 5.600 bis 10.500 Euro. Eine Teilsanierung mit neuem Verteiler und den wichtigsten Stromkreisen ist günstiger, viel Komfort teurer. Den Ausschlag geben Zustand, Umfang und Ausstattung. Richtwerte, Stand November 2026.

Anzeichen für alte Elektrik

Viele Altbauwohnungen haben noch Leitungen aus den 1950er bis 1970er Jahren oder älter. Das ist nicht automatisch gefährlich, aber oft nicht mehr zeitgemäß. Typische Hinweise:

  • Schraubsicherungen statt Sicherungsautomaten im Sicherungskasten
  • kein FI-Schalter (Fehlerstrom-Schutzschalter mit Prüftaste „T“)
  • Steckdosen ohne Schutzkontakt, also ohne die Metallbügel oben und unten, oder Leitungen mit nur zwei Adern
  • stoffummantelte Leitungen oder brüchige Isolierungen an Lampenauslässen
  • zu wenige Steckdosen und viele Mehrfachsteckdosen im Dauereinsatz
  • Sicherungen fliegen häufig raus, wenn mehrere Geräte laufen
  • Licht flackert, Schalter oder Steckdosen werden warm

Warme oder verfärbte Steckdosen, Brandgeruch oder Knistern sind Warnsignale. Dann sollten Sie den Stromkreis nicht weiter nutzen und eine Elektrofachkraft rufen. Bei Rauch oder Feuer wählen Sie 112.

Klarheit bringt eine Prüfung durch einen Elektro-Fachbetrieb, oft E-Check genannt. Dabei werden Leitungen gemessen und der Zustand dokumentiert. Das ist vor allem vor dem Kauf einer Altbauwohnung sinnvoll.

Was kostet neue Elektrik im Altbau?

Die folgenden Spannen stammen aus Marktübersichten für 2026 und verstehen sich als grobe Richtwerte inklusive Material und Arbeit. Ein seriöses Angebot gibt es erst nach einer Besichtigung.

Umfangpro m²Beispiel 70 m²
Teilsanierung (neuer Verteiler mit FI, kritische Stromkreise)ca. 30 bis 60 Euroca. 2.100 bis 4.200 Euro
Komplettsanierung, Standardausstattungca. 80 bis 150 Euroca. 5.600 bis 10.500 Euro
Komplettsanierung mit gehobener Ausstattung oder Gebäudesteuerungca. 150 bis 300 Euroca. 10.500 bis 21.000 Euro

Nicht enthalten sind meist Maler-, Putz- und Bodenarbeiten nach dem Stemmen sowie die Erneuerung des Zählerschranks, falls diese nötig ist. Fragen Sie konkret nach, was im Angebot enthalten ist.

Was die Kosten treibt

  • Wandaufbau: Massive Altbauwände aus Ziegel oder Beton machen das Schlitzen aufwändig. In Trockenbauwänden geht es schneller.
  • Ausstattung: Zahl der Steckdosen, Netzwerkanschlüsse, Beleuchtung, Steuerung.
  • Zählerschrank: Ein veralteter Zählerplatz muss oft mit erneuert werden.
  • Zustände im Haus: Steigleitungen, Treppenhaus, Keller gehören meist zur Hausgemeinschaft und können eigene Maßnahmen erfordern.
  • Bewohnter Zustand: Abdecken, Staubschutz und Arbeiten in Etappen kosten Zeit.

Teil- oder Komplettsanierung?

Eine Teilsanierung ist sinnvoll, wenn die Leitungen in der Wand noch in Ordnung sind, aber Sicherungskasten und Schutztechnik veraltet sind. Typisch: neuer Verteiler mit Sicherungsautomaten und FI-Schaltern, zusätzliche Stromkreise für Küche und Bad, einzelne neue Leitungen. Das verbessert die Sicherheit deutlich und kostet einen Bruchteil.

Eine Komplettsanierung ist angebracht, wenn Leitungen ohne Schutzleiter verlegt sind, die Isolierung brüchig ist oder ohnehin eine Kernsanierung mit neuem Putz und Boden ansteht. Dann lohnt es sich, alles in einem Zug zu erneuern und gleich für die Zukunft zu planen: genügend Steckdosen, eigene Stromkreise für große Geräte, Leerrohre für spätere Erweiterungen.

Als Orientierung für die Ausstattung dient die Norm DIN 18015, die Planungsgrundlagen für elektrische Anlagen in Wohngebäuden beschreibt, zusammen mit den Empfehlungen der RAL-Richtlinie zur Ausstattung. Ihr Elektro-Fachbetrieb kann Ihnen zeigen, was davon für Ihre Wohnung sinnvoll ist. Mehr dazu auf unserer Seite zur Elektro-Sanierung im Altbau.

Tipp: gleich für die Zukunft planen

Wenn die Wände ohnehin offen sind, kosten zusätzliche Leitungen und Leerrohre wenig. Denken Sie an spätere Anschlüsse für eine Wallbox, eine Wärmepumpe, Netzwerkdosen oder eine Photovoltaikanlage. Auch ein Verteiler mit freien Plätzen erleichtert spätere Erweiterungen. Nachträglich bedeutet jede neue Leitung wieder Stemmen, Putzen und Streichen.

Ablauf einer Elektro-Sanierung

  1. Bestandsaufnahme: Die Fachkraft prüft Verteiler, Leitungen und Zählerplatz und misst die Anlage.
  2. Planung: Gemeinsam legen Sie fest, wo Steckdosen, Schalter, Leuchten und Anschlüsse hinkommen. Ein Plan pro Raum vermeidet spätere Nachbesserungen.
  3. Angebot: Mit klarer Leistungsbeschreibung, damit Sie vergleichen können.
  4. Rohinstallation: Schlitze, Dosen, Leitungen und Leerrohre werden verlegt. Das ist die laute und staubige Phase.
  5. Verteiler: Neuer Sicherungskasten mit Leitungsschutzschaltern und FI-Schutz.
  6. Putz und Maler: Schlitze werden verschlossen, danach folgen Malerarbeiten.
  7. Feininstallation und Prüfung: Schalter, Steckdosen und Leuchten werden montiert. Am Ende misst die Fachkraft die Anlage und erstellt ein Prüfprotokoll.

Für eine Wohnung dauern die reinen Elektroarbeiten je nach Größe und Umfang oft ein bis drei Wochen, hinzu kommen Putz- und Malerarbeiten. Arbeiten an der Elektroinstallation selbst darf nur eine Elektrofachkraft ausführen.

Sanieren im bewohnten Zustand

Eine Elektro-Sanierung ist auch möglich, wenn Sie in der Wohnung wohnen bleiben. Sie wird dann meist raumweise durchgeführt, damit immer ein Teil nutzbar bleibt. Hilfreich sind:

  • Räume vorab weitgehend leer räumen,
  • Staubschutzwände und abgedeckte Böden,
  • eine Baustromversorgung für Kühlschrank und Licht in der Umbauphase,
  • klare Absprachen über Tage, an denen der Strom länger abgeschaltet wird.

Kurz zu Mietern und Vermietern

Für die fest installierte Elektrik in einer Mietwohnung ist in der Regel der Vermieter zuständig. Mieter sollten Mängel wie häufig auslösende Sicherungen oder warme Steckdosen schriftlich melden. Eine Modernisierung muss der Vermieter in der Regel vorher ankündigen. Ob und in welcher Höhe sie sich auf die Miete auswirkt, regelt das Mietrecht. Im Einzelfall helfen Mietervereine oder Eigentümerverbände weiter.

Eigentümer können die Arbeitskosten unter Umständen steuerlich geltend machen: Nach § 35a EStG 20 Prozent der Arbeitskosten, höchstens 1.200 Euro pro Jahr (Stand November 2026, für 2027 ist eine Senkung geplant). Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Was kostet ein Elektriker pro Stunde?

Fazit

Neue Elektrik im Altbau ist eine Investition in Sicherheit und Alltagstauglichkeit. Wie viel sie kostet, hängt vor allem davon ab, ob eine Teilsanierung reicht oder alles neu muss. Eine Bestandsaufnahme durch eine Fachkraft schafft die Grundlage für eine realistische Planung. Die Beetz Elektrotechnik & Sanierung GmbH saniert in Hamburg die Elektrik in Altbauwohnungen und Häusern, auch im bewohnten Zustand. Kleinere Erweiterungen finden Sie unter Elektroinstallation.

Quellen

Elektro-Sanierung in Hamburg

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