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Beetz Elektrotechnik

FI-Schalter fliegt raus: was Sie tun können

Der FI hat einen Fehlerstrom bemerkt, oft durch ein defektes Gerät oder Feuchtigkeit. Stecker ziehen, FI einmal einschalten, Geräte einzeln zuschalten. Hält er auch ohne Geräte nicht, rufen Sie eine Elektrofachkraft.

Stand: November 2026

Kurz gesagt: Ein FI-Schalter löst aus, wenn Strom einen Weg nimmt, den er nicht nehmen sollte, etwa über Feuchtigkeit oder ein defektes Gerät. Ziehen Sie die Stecker im betroffenen Bereich, schalten Sie den FI einmal wieder ein und stecken Sie die Geräte einzeln wieder ein. Lässt er sich ohne Geräte nicht einschalten, rufen Sie eine Elektrofachkraft.
Sofort aufhören und anrufen, wenn … jemand einen Stromschlag bekommen hat, Wasser in Steckdosen, Leuchten oder dem Sicherungskasten ist, es verbrannt riecht, Steckdosen warm oder verfärbt sind, es knistert oder Leitungen beschädigt sind. Dann nichts mehr einschalten und eine Elektrofachkraft rufen. Bei Rauch, Feuer oder Verletzten: sofort 112.

Was ein FI-Schalter macht

Der FI-Schalter heißt eigentlich Fehlerstrom-Schutzschalter, international RCD. Sie erkennen ihn im Sicherungskasten meist an der Prüftaste mit „T“ und an der Angabe „30 mA“ oder „0,03 A“.

Er vergleicht ständig den Strom, der in einen Stromkreis hineinfließt, mit dem Strom, der zurückkommt. Normalerweise ist beides gleich. Fließt ein Teil woanders ab, zum Beispiel über den Schutzleiter, über Feuchtigkeit oder im schlimmsten Fall über einen Menschen, entsteht eine Differenz: der Fehlerstrom. Ab etwa der Hälfte bis zur vollen Auslöseschwelle schaltet der FI in Sekundenbruchteilen alle Leiter ab.

Ein FI mit 30 mA ist für den Schutz von Menschen gedacht. Er kann im Ernstfall Leben retten. Dass er auslöst, ist deshalb ein Zeichen, dass irgendwo ein Fehler vorliegt, nicht dass der FI zu empfindlich ist.

Anders als der Sicherungsautomat reagiert der FI nicht auf Überlast. Wenn bei Ihnen ein schmaler Automat ausgelöst hat, lesen Sie den Ratgeber Sicherung fliegt raus.

Typische Ursachen

UrsacheWoran Sie es erkennenWas Sie tun können
Defektes Gerät (häufig Wasserkocher, Waschmaschine, Geschirrspüler, Trockner, Heizstab)FI fällt beim Einschalten oder während des Betriebs eines bestimmten GerätsGerät ausstecken und nicht mehr benutzen, prüfen lassen oder ersetzen
Feuchtigkeit in Außensteckdose oder AußenleuchteFI fällt bei Regen, Nebel oder nach dem GießenStecker draußen ziehen, Fachkraft die Außeninstallation prüfen lassen
Feuchtigkeit in Bad oder KellerAuslösen nach dem Duschen oder bei feuchtem WetterNicht weiter probieren, Fachkraft rufen
Beschädigte Leitung, z. B. angebohrtAuslösen kurz nach Bohr- oder RenovierungsarbeitenNicht weiter probieren, Fachkraft rufen
Viele Geräte mit Netzteilen an einem FIGelegentliches Auslösen ohne klares MusterFachkraft kann messen, ob die Aufteilung der Stromkreise geändert werden sollte

In vielen Wohnungen schützt ein FI mehrere Stromkreise oder sogar die ganze Wohnung. Deshalb ist bei einem Auslösen oft mehr dunkel als bei einer einzelnen Sicherung.

So grenzen Sie den Fehler sicher ein

Mit dem Ausschlussverfahren finden Sie in vielen Fällen selbst heraus, welches Gerät den FI auslöst. Dazu müssen Sie nichts öffnen.

  1. Warnsignale prüfen: Wasser, Brandgeruch, warme oder verfärbte Steckdosen? Dann aufhören.
  2. Alle Stecker ziehen: In den Bereichen, die der FI versorgt, alle Geräte ausstecken. Auch Geräte mit Ausschalter, denn der Fehler kann vor dem Schalter liegen. Außen angeschlossene Geräte nicht vergessen.
  3. Sicherungsautomaten ausschalten: Die Automaten, die zum FI gehören, nach unten schalten.
  4. FI einschalten: Hebel einmal nach oben drücken, bis er einrastet.
  5. Automaten einzeln einschalten: Einen nach dem anderen. Fällt der FI bei einem bestimmten Automaten, liegt der Fehler in diesem Stromkreis.
  6. Geräte einzeln einstecken: Hält alles, Geräte nacheinander wieder anschließen und einschalten. Warten Sie bei Waschmaschine oder Geschirrspüler bis zum Heizen, denn manche Fehler treten erst dann auf.

Fällt der FI schon, wenn alle Geräte ausgesteckt sind, oder bei einem bestimmten Automaten ohne angeschlossene Geräte, liegt der Fehler in der festen Installation. Dann ist eine Elektrofachkraft gefragt. Sie misst mit Prüfgeräten den Isolationswiderstand und findet so die Stelle. Versuchen Sie nicht, den FI zu überbrücken oder Steckdosen zu öffnen.

Prüftaste: halbjährlich drücken

Der FI ist ein mechanisches Bauteil, das auch selbst versagen kann. Die Hersteller und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) empfehlen für fest installierte Anlagen, die Prüftaste mindestens alle sechs Monate zu betätigen. Eine Auswertung, auf die die DGUV verweist, ergab, dass rund 5 Prozent der zehn Jahre alten FI-Schalter nicht mehr funktionierten.

So geht es: Prüftaste „T“ drücken, der FI muss sofort auslösen. Danach wieder einschalten. Uhren an Herd oder Mikrowelle müssen Sie eventuell neu stellen. Ein Tipp ist ein fester Termin, etwa bei der Zeitumstellung im Frühjahr und Herbst.

Löst der FI beim Drücken der Taste nicht aus, ist er defekt und muss von einer Fachkraft ersetzt werden. Bis dahin besteht kein Schutz vor Stromschlag.

Kein FI-Schalter vorhanden?

In vielen älteren Wohnungen gibt es keinen FI oder nur einen für das Bad. Für neue Anlagen und Erweiterungen schreibt die Norm DIN VDE 0100-410 seit vielen Jahren Fehlerstromschutz mit höchstens 30 mA für Steckdosenstromkreise für Laien vor. Bestehende, damals korrekt errichtete Anlagen genießen in der Regel Bestandsschutz, solange sie nicht geändert werden und keine Gefahr von ihnen ausgeht.

Sicherheitstechnisch ist ein FI aber auch im Altbau sinnvoll, gerade wenn Sie Geräte im Bad, in der Küche oder draußen nutzen. Ob er sich in einer alten Anlage ohne Weiteres nachrüsten lässt, hängt vom Zustand der Leitungen ab. Manchmal zeigt das Nachrüsten erst, dass alte Leitungen Fehlerströme haben. Eine Elektrofachkraft kann das prüfen. Mehr zu alten Anlagen lesen Sie im Ratgeber Neue Elektrik im Altbau und auf unserer Seite zur Elektro-Sanierung.

Häufige Fragen

Der FI fällt nur nachts oder nur bei Regen. Woran liegt das?

Zeitlich wiederkehrende Auslöser deuten oft auf Geräte mit Zeitsteuerung hin, etwa Geschirrspüler, Boiler, Gefriertruhe oder Pumpen. Tritt das Problem bei feuchtem Wetter auf, sind Außensteckdosen, Gartenbeleuchtung oder Leitungen im Keller verdächtig. Notieren Sie Datum, Uhrzeit und Wetter. Diese Hinweise verkürzen später die Fehlersuche der Fachkraft deutlich.

Kann ich den FI einfach gegen einen „unempfindlicheren“ tauschen?

Nein. Der FI mit 30 mA ist für den Personenschutz vorgesehen. Ein Austausch gegen einen Typ mit höherem Auslösestrom würde den Schutz vor Stromschlag aufheben. Ob ein anderer Typ oder eine andere Aufteilung der Stromkreise sinnvoll ist, entscheidet eine Elektrofachkraft nach Messungen.

Der Gefrierschrank war stundenlang ohne Strom. Was nun?

Halten Sie die Tür geschlossen, bis der Strom wieder da ist. Prüfen Sie danach, ob Lebensmittel angetaut sind. Damit das nicht wieder passiert, kann eine Fachkraft prüfen, ob wichtige Geräte besser an einem eigenen Schutzschalter hängen.

Fazit

Ein ausgelöster FI-Schalter hat seine Aufgabe erfüllt: Er hat einen Fehlerstrom bemerkt. Mit Steckerziehen und schrittweisem Einschalten finden Sie ein defektes Gerät oft selbst. Liegt der Fehler in der Installation, bei Feuchtigkeit oder wenn der FI nicht mehr hält, brauchen Sie eine Fachkraft. Unser Störungsdienst in Hamburg misst die Anlage durch und behebt den Fehler.

Quellen

Störungsdienst in Hamburg

Wir messen Ihre Anlage durch, finden die Ursache für das Auslösen des FI und beheben sie.

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