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Beetz Elektrotechnik

Lohnt sich Photovoltaik noch?

Für viele Eigenheime ja, sofern das Dach gut besonnt ist und Sie viel Solarstrom selbst nutzen. Die Einspeisevergütung von rund 7,7 Cent ist nur ein Zubrot, gespart wird über den Eigenverbrauch.

Stand: November 2026

Kurz gesagt: Für viele Eigenheime ja, wenn das Dach gut besonnt ist und Sie einen großen Teil des Solarstroms selbst nutzen. Die Einspeisevergütung ist mit rund 7,7 Cent pro Kilowattstunde (Stand November 2026) nur noch ein Zubrot. Geld sparen Sie vor allem durch Strom, den Sie nicht für rund 37 Cent kaufen müssen.

Wie sich eine Solaranlage heute rechnet

Eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) bringt auf zwei Wegen Geld:

  • Eigenverbrauch: Jede Kilowattstunde (kWh) Solarstrom, die Sie selbst nutzen, müssen Sie nicht beim Versorger kaufen. Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis lag 2026 laut Branchenverband BDEW bei rund 37 Cent pro kWh.
  • Einspeisung: Was Sie nicht selbst verbrauchen, fließt ins Netz und wird vergütet. Für kleine Anlagen sind das derzeit knapp 8 Cent pro kWh.

Daraus folgt die wichtigste Regel: Eine selbst genutzte Kilowattstunde ist fünfmal so viel wert wie eine eingespeiste. Früher lohnte sich eine Anlage über die Vergütung. Heute hängt die Wirtschaftlichkeit fast ganz am Eigenverbrauch.

Einspeisevergütung: aktueller Stand und was 2027 geplant ist

Für Anlagen, die zwischen dem 1. August 2026 und dem 31. Januar 2027 in Betrieb gehen, gelten laut ADAC folgende Sätze, jeweils für 20 Jahre:

AnlagengrößeTeileinspeisung (mit Eigenverbrauch)Volleinspeisung
bis 10 kWp7,70 ct/kWh12,22 ct/kWh
Anteil 10 bis 40 kWp6,66 ct/kWhca. 10,24 ct/kWh

kWp steht für Kilowatt-Peak, die Nennleistung der Module. Ein typisches Einfamilienhaus hat 6 bis 12 kWp auf dem Dach.

Wichtig für Ihre Planung: Die Bundesregierung will die feste Einspeisevergütung für neue kleine Anlagen ab 2027 weitgehend abschaffen. Laut Verbraucherzentrale Hamburg sieht der Entwurf für eine Übergangszeit von bis zu 36 Monaten noch rund 5,2 Cent pro kWh vor, danach müsste überschüssiger Strom zu Börsenpreisen vermarktet werden. Das Gesetz ist Stand November 2026 noch nicht beschlossen, Bundestag und Bundesrat beraten noch. Anlagen, die bis Ende 2026 in Betrieb gehen, behalten nach bisheriger Planung die heutigen Sätze für 20 Jahre. Maßgeblich ist die tatsächliche Inbetriebnahme, nicht der Vertragsabschluss.

Die Verbraucherzentrale rät trotzdem von übereilten Entscheidungen ab. Eine Anlage, die nur wegen eines Stichtags schnell gebaut wird, ist nicht automatisch gut geplant.

Rechenbeispiel: wann sich die Anlage bezahlt macht

Ein vereinfachtes Beispiel für ein Einfamilienhaus in Hamburg. Alle Werte sind Annahmen, Ihr Fall kann deutlich abweichen.

  • Anlage: 8 kWp, ohne Speicher
  • Kosten: 1.200 bis 1.800 Euro pro kWp, also rund 9.600 bis 14.400 Euro (keine Mehrwertsteuer auf PV-Anlagen für Wohngebäude bis 30 kWp)
  • Ertrag in Norddeutschland: grob 850 bis 950 kWh pro kWp und Jahr, hier 7.200 kWh
  • Eigenverbrauch ohne Speicher: rund 30 Prozent, also etwa 2.200 kWh
  • Strompreis 37 Cent, Vergütung 7,7 Cent, laufende Kosten (Versicherung, Zähler, Rücklage) rund 200 Euro pro Jahr

Ergebnis: Die Ersparnis durch Eigenverbrauch liegt bei rund 800 Euro, die Einspeisung bringt knapp 400 Euro. Nach laufenden Kosten bleiben rund 1.000 Euro im Jahr. Damit hat sich die Anlage nach grob 10 bis 15 Jahren bezahlt gemacht. Danach erzeugt sie bei üblichen Lebensdauern von 25 Jahren und mehr überwiegend Gewinn, allerdings sollten Sie einen Wechselrichtertausch einplanen.

Steigt der Strompreis, verkürzt sich die Amortisation. Mit höherem Eigenverbrauch, etwa durch ein E-Auto oder eine Wärmepumpe, ebenfalls. Rechnen Sie Ihren Fall am besten mit dem Photovoltaik-Rechner der Stiftung Warentest oder lassen Sie Angebote durch die Hamburger Energielotsen der Verbraucherzentrale prüfen.

Angebote richtig vergleichen

Angebote für dieselbe Anlagengröße können weit auseinanderliegen. Vergleichen Sie deshalb nicht nur den Endpreis, sondern auch den Preis pro kWp und den Leistungsumfang: Sind Gerüst, Zählerschrank-Anpassung, Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister enthalten? Welche Garantien gelten für Module und Wechselrichter? Eine Ertragsprognose, die Ausrichtung, Neigung und Verschattung berücksichtigt, gehört zu einem seriösen Angebot. Die Hamburger Energielotsen der Verbraucherzentrale bieten an, Angebote neutral zu prüfen.

Eigenverbrauch erhöhen: Speicher, E-Auto, Wärmepumpe

Ohne Speicher nutzen Haushalte typischerweise 25 bis 35 Prozent ihres Solarstroms selbst. Ein Batteriespeicher kann den Anteil laut Verbraucherzentrale Hamburg auf bis zu etwa 70 Prozent erhöhen, je nach Größe und Verbrauch. Ein Speicher kostet allerdings zusätzlich, typischerweise mehrere tausend Euro. Ob er sich rechnet, ist eine eigene Frage. Mehr dazu lesen Sie in den Ratgebern PV-Anlage mit Speicher: Kosten und auf unserer Seite Stromspeicher.

Weitere Hebel:

  • E-Auto mit Wallbox: Tagsüber laden, wenn die Sonne scheint. Viele Wallboxen können Überschussstrom gezielt nutzen.
  • Wärmepumpe: Gerade in der Übergangszeit ein großer Abnehmer.
  • Verbrauch verschieben: Wasch- und Spülmaschine mittags laufen lassen.

Wann sich Photovoltaik eher nicht lohnt

Eine ehrliche Einschätzung gehört dazu. Schwierig wird es, wenn

  • das Dach stark verschattet ist, etwa durch hohe Bäume, Nachbargebäude oder Gauben. Schon Teilverschattung kann den Ertrag spürbar senken.
  • das Dach sehr klein ist oder stark zerklüftet. Fixkosten wie Gerüst, Zählerschrank und Anmeldung verteilen sich dann auf wenig Leistung.
  • das Dach in den nächsten Jahren saniert werden muss. Dann sollte die Sanierung vorher erfolgen. Ab- und Wiederaufbau der Module kostet viel.
  • der Zählerschrank veraltet ist. Ein nötiger Umbau kann die Kosten deutlich erhöhen. Das ist kein Ausschlussgrund, gehört aber in die Rechnung.
  • der Stromverbrauch sehr gering ist, zum Beispiel bei Haushalten, die tagsüber kaum zu Hause sind und keine großen Verbraucher haben.

Eine Nordausrichtung ist dagegen nicht automatisch ein Ausschluss. Ost-West-Dächer liefern über den Tag verteilt Strom, was für den Eigenverbrauch sogar günstig sein kann.

Kurz zur Hamburger Solarpflicht

In Hamburg gilt eine Solarpflicht: für Neubauten und für bestehende Gebäude, bei denen mehr als die Hälfte der Dachabdichtung erneuert wird. Mindestens 30 Prozent der Dachfläche müssen dann mit Photovoltaik belegt werden, für Dächer ab 50 m². Es gibt Ausnahmen, etwa bei technischer Unmöglichkeit oder Denkmalschutz. Details und Fördermittel finden Sie im Ratgeber Photovoltaik-Förderung in Hamburg.

Fazit

Photovoltaik lohnt sich auch 2026 für viele Hausbesitzer, aber nicht mehr über die Einspeisevergütung, sondern über den selbst genutzten Strom. Ein gut besonntes Dach, ein realistisches Angebot und ein Plan für den Eigenverbrauch sind die Grundlage. Ob es bei Ihnen passt, lässt sich nur am konkreten Dach beurteilen. Die Beetz Elektrotechnik & Sanierung GmbH plant und installiert Photovoltaikanlagen in Hamburg und prüft dabei auch Zählerschrank und Hausinstallation.

Quellen

Kontakt

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Schreiben Sie uns kurz, worum es geht. Wir melden uns mit einer Einschätzung – die Bestätigung per E-Mail kommt sofort.

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