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Beetz Elektrotechnik

PV-Anlage mit Speicher: Kosten und Ertrag

Eine Solaranlage mit Speicher kostet im Einfamilienhaus meist 10.000 bis 20.000 Euro. Sie erzeugt rund 1.000 kWh pro kWp im Jahr und kann etwa 70 Prozent Ihres Strombedarfs decken.

Stand: November 2026

Kurz gesagt: Eine PV-Anlage fürs Einfamilienhaus mit 5 bis 12 kWp und Batteriespeicher kostet laut ADAC meist 10.000 bis 20.000 Euro inklusive Montage. Pro kWp Leistung erzeugt sie im Jahr rund 1.000 kWh Strom. Mit Speicher kann ein Haushalt im Schnitt etwa 70 Prozent seines Strombedarfs selbst decken, ohne Speicher eher 30 Prozent. Die Anlage hat sich meist nach 9 bis 15 Jahren bezahlt gemacht.

Ob sich eine Solaranlage mit Speicher rechnet, hängt von drei Dingen ab: was sie kostet, wie viel Strom sie erzeugt und wie viel davon Sie selbst nutzen. Hier finden Sie für alle drei Punkte aktuelle Richtwerte aus unabhängigen Quellen, Stand November 2026. Der genaue Preis hängt immer von Dach, Hausanschluss und gewünschter Ausstattung ab.

Was die PV-Anlage kostet

Die Verbraucherzentrale hat 71 Angebote aus dem Zeitraum Januar 2025 bis August 2026 ausgewertet. Die Durchschnittspreise pro Kilowatt Peak (kWp, die Nennleistung der Module) sinken mit der Anlagengröße deutlich. Die Werte gelten ohne Speicher, Notstrom und Zusatzarbeiten.

AnlagengrößeDurchschnittspreis pro kWp
4 bis 6 kWpca. 2.090 Euro
über 6 bis 8 kWpca. 1.820 Euro
über 8 bis 10 kWpca. 1.410 bis 1.520 Euro
über 10 bis 16 kWpca. 1.220 bis 1.290 Euro
über 16 kWpca. 1.010 Euro

Größere Anlagen sind pro kWp günstiger, weil Gerüst, Planung, Anmeldung und Wechselrichter einen großen Fixkostenanteil haben. Wer ohnehin baut, sollte das Dach deshalb lieber gut ausnutzen.

Was der Speicher dazu kostet

Auch für Batteriespeicher hat die Verbraucherzentrale Angebotspreise ausgewertet (70 Angebote, gleicher Zeitraum):

SpeichergrößeDurchschnittspreis pro kWh
4 bis 6 kWhca. 510 Euro
über 6 bis 8 kWhca. 480 Euro
über 8 bis 10 kWhca. 410 Euro
über 10 bis 12 kWhca. 390 Euro
über 12 bis 16 kWhca. 360 Euro

Wird der Speicher zusammen mit der PV-Anlage gekauft, ist er tendenziell etwas günstiger als bei einer Nachrüstung. Mehr dazu im Ratgeber Was kostet ein Stromspeicher?

Komplettpreise zur Orientierung

Der ADAC nennt für ein Einfamilienhaus 6.500 bis 14.000 Euro ohne Speicher und 10.000 bis 20.000 Euro mit Speicher, jeweils netto inklusive Montage. „Netto“ spielt hier kaum eine Rolle: Für PV-Anlagen bis 30 kWp auf oder an Wohngebäuden gilt seit 2023 ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent. Das gilt für Module, Wechselrichter, Speicher und die Installation, auch wenn der Speicher später nachgerüstet wird.

Wie viel Strom die Anlage erzeugt

Als Faustwert erzeugt jedes installierte kWp in Deutschland rund 1.000 kWh Solarstrom im Jahr (ADAC). Der tatsächliche Wert schwankt je nach Standort, Dachneigung, Ausrichtung und Verschattung. Ost- und Westdächer erreichen laut den Hamburger Energielotsen bis zu 80 Prozent der maximalen Ausbeute, liefern dafür aber mehr Strom morgens und abends, wenn im Haushalt meist mehr verbraucht wird. Pro kWp brauchen Sie etwa 5 bis 7 Quadratmeter Dachfläche.

Warum der Eigenverbrauch entscheidet

Eigener Solarstrom kostet laut Verbraucherzentrale rund 10 bis 15 Cent pro kWh. Netzstrom kostete im Oktober 2026 im Durchschnitt 37,3 Cent pro kWh (BDEW, Neukundentarife). Jede selbst genutzte Kilowattstunde spart also deutlich mehr, als eine eingespeiste einbringt.

Für eingespeisten Strom erhalten Anlagen, die zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, laut Bundesnetzagentur:

AnlagengrößeTeileinspeisungVolleinspeisung
bis 10 kWp7,70 ct/kWh12,22 ct/kWh
Anteil 10 bis 40 kWp6,66 ct/kWh10,24 ct/kWh

Ein Speicher verschiebt den Mittagsstrom in den Abend. Der Autarkiegrad, also der Anteil des Jahresverbrauchs, den Sie selbst decken, steigt laut ADAC im Schnitt von etwa 30 auf rund 70 Prozent. Dafür verlängert der Speicher die Amortisation: Mit Speicher rechnet der ADAC mit meist 9 bis 15 Jahren, ohne Speicher mit etwa ein bis zwei Jahren weniger.

Neue Regeln für Neuanlagen

Seit dem Solarspitzengesetz (Februar 2025) erhalten neue Anlagen in Stunden mit negativen Börsenstrompreisen keine Vergütung. Diese Stunden werden am Ende der 20-jährigen Förderdauer angehängt. Anlagen ohne intelligentes Messsystem dürfen zunächst nur 60 Prozent ihrer Nennleistung einspeisen. Ein Speicher hilft hier, weil er Mittagsspitzen aufnimmt.

Außerdem liegt dem Bundestag ein Gesetzentwurf vor, nach dem neue kleine Dachanlagen ab 2027 keine feste Einspeisevergütung über 20 Jahre mehr erhalten sollen. Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, sollen nach dem Entwurf Bestandsschutz haben. Beschlossen war das Gesetz zum Redaktionsschluss noch nicht. Für künftige Anlagen wird der Eigenverbrauch und damit der Speicher noch wichtiger.

Beispielrechnung mit klaren Annahmen

Die folgende Rechnung ist eine grobe Orientierung, keine Prognose für Ihr Haus. Annahmen: 10 kWp Anlage, 10 kWh Speicher, 1.000 kWh Ertrag pro kWp, 4.500 kWh Jahresverbrauch, 70 Prozent Autarkie, Strompreis 37,3 ct/kWh, Einspeisevergütung 7,70 ct/kWh, keine Strompreissteigerung.

  • Erzeugung: rund 10.000 kWh pro Jahr
  • Selbst genutzt: rund 3.150 kWh (70 Prozent von 4.500 kWh), das spart rund 1.175 Euro
  • Eingespeist: rund 6.850 kWh minus Speicherverluste, vergütet mit 7,70 Cent, rund 500 Euro

Bei Anschaffungskosten im Bereich der ADAC-Spanne ergibt das eine Amortisation in der Größenordnung von gut einem Jahrzehnt. Laufende Kosten für Versicherung, Zähler und Wartung sowie den späteren Speichertausch sind hier noch nicht abgezogen. Die Verbraucherzentrale warnt ausdrücklich vor Angeboten mit zu optimistischen Annahmen, etwa jährlichen Strompreissteigerungen von 4 bis 8 Prozent oder einer Speicherlebensdauer so lang wie die der Module.

Was in Hamburg dazukommt

In Hamburg gilt seit 2024 eine Solarpflicht für Neubauten und bei vollständiger Erneuerung der Dachhaut. Einen Zuschuss für PV-Module oder Speicher zahlt die Stadt 2026 nicht. Förderfähig ist aber die Kombination mit einem Gründach. Details stehen im Ratgeber Photovoltaik-Förderung & Solarpflicht in Hamburg. Mit dem Hamburger Solaratlas können Sie für Ihre Adresse vorab abschätzen, wie gut Ihr Dach geeignet ist.

Fazit

Eine PV-Anlage mit Speicher kostet fürs Einfamilienhaus meist 10.000 bis 20.000 Euro und rechnet sich vor allem über den selbst genutzten Strom. Der Speicher erhöht die Unabhängigkeit deutlich, macht die Anlage aber teurer. Ob er sich bei Ihnen lohnt, hängt von Ihrem Verbrauch ab: Ein E-Auto oder eine Wärmepumpe sprechen eher dafür. Wir prüfen das gern bei Ihnen vor Ort und planen Anlage und Speicher passend zu Ihrem Verbrauch. Mehr dazu auf den Seiten Photovoltaik und Stromspeicher.

Quellen

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